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L´Eroica - oder: Wir sind Helden
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So ein bischen eigenartig klingt der Satz schon – schließlich sind wir immer etwas skeptisch wenn sich jemand so in die Brust wirft. Aber es stimmt, schließlich sind wir alle angetreten um Helden zu werden. Eine bunt gewürfelte Truppe aus Pressevertretern, Freunden, Männern und Frauen, einfach Fahrrad-Begeisterten auf der Suche nach einer anderen Herausforderung. Fast ein Jahr haben wir geplant, geredet, gesponnen und organisiert – und jetzt stehen wir hier. Hier, das ist das Hotel Casafrassi in der Nähe von Siena in der Toskana. Es ist Freitag Abend, alle sind gut angekommen, die Räder werden begutachtet und insgesamt sind wir elf Helden-Anwärter. Wir, das sind Tanja, Michael, Uwe, Daniel, Ole, Jürgen, Sebastian, Falk, Thomas, Walter und ich, Frank. Dazu kommt Marion als Helden-Anwärterin, Begleitfahrzeug-Fahrerin und gute Seele. Alle vereint ein Gedanke: Die L´Eroica 2008 in Angriff zu nehmen und möglichst lange zusammen die 135km-Strecke zu befahren. Die 135km-Route ist die zweitlängste von insgesamt vier angebotenen Strecken. Darüber gibt’s noch den Extra-Zuschlag von 225km, weniger große Helden-Anwärter begnügen sich mit zwei kürzeren Strecken. Wobei auch das in keiner Weise abfällig gemeint ist. Schließlich geht ein Großteil der Strecke über die typisch-toskanischen „Strade Bianci“ – auf gut Deutsch Feldwege mit jeder Menge losem, weißem Schotter!
L´Eroica – das ist der Mythos eines Klassiker-Rennens inmitten eines der schönsten Landstriche Italiens. Die Toskana rund um Siena ist Schauplatz dieser Traditions-Veranstaltung. Gaiole in Chianti ist der Startort – und wir sind Samstag schon da. Schließlich müssen auch wir uns einschreiben und die Startunterlagen holen. Inklusive einer Tages-Lizenz, die eine Versicherung einschließt. Staunend stehen wir vor all den klassischen Rennrädern. In einer Turnhalle präsentieren sich – neben der Einschreibungs-Theke – eine Menge Rennräder und Teile aus der Zeit von 1900 bis 1970. Eines ist fast allen Rennern gemeinsam: Neben unzähligen Renneinsätzen während der vergangenen Jahrzehnte haben sie fast alle die L´Eroica absolviert. Neben den historischen Rennrädern stehen passend gekleidete Herren in klassischen Woll-Trikots, teilweise Knickerbockern, wadenlangen Strümpfen und klassischen Schläger-Kappen. Schließlich endet die Leidenschaft eines Klassik-Rennrad-Sammlers nicht beim Rad-Material. Überall prangen große Plakate mit dem Aufdruck „MTB-No, Grazie“. Alles außer Rennrädern ist bei der L´Eroica nicht erlaubt. Selbst Rennräder mit anderen Lenkern außer dem klassischen Rennbügel werden kritisch beäugt. Ansonsten gibt es keine Einschränkung – aber besonderes Augenmerk wird auf klassische Rennräder gelegt.
So bunt wie all die Renner sind auch unsere Räder. Zwar haben wir kein Rennrad mit mehr als 40 Jahren zu bieten – aber einige „alte Schätzchen“ aus dem Hause Alan und Enik sind schon mit dabei. Ich selbst habe mich nach langer Überlegung doch für ein modernes Cross-Rennrad entschieden. Immerhin ist auch dieses Rad über zwei Jahre alt….kein Magazin der Welt würde sowas noch testen wollen….wie die Zeit verfliegt. Zwar hat mir ein Freund einen originalen Raleigh-Ti-Renner aus der Hochzeit von Didi Thurau in meiner Rahmenhöhe leihweise angeboten. Ich lehne nach kurzer Überlegung vielmals dankend ab. Weder will ich das Risiko einer Beschädigung eingehen noch traue ich mir die Herausforderung mit einer klassischen Renn-Übersetzung zu. Schließlich geht es über 135km mit 75km Schotter und einigen Höhenmetern. Für mich eine absolute Aufgabe, schließlich liegen die wirklich aktiven Rennjahre schon lange zurück, Job und Alter haben Spuren hinterlassen – und die angezeigten Steigungs-Prozente verheißen schon im Vorfeld nichts Gutes.
Nachdem wir die Einschreibe-Prozedur hinter uns gebracht haben entspannen wir uns bei einem Besuch von Siena und genießen das Flair einer der schönsten Städte des Chianti. Abends sind wir dann vom Veranstalter zum gemeinsamen Essen eingeladen. Was wie ein gemütliches Abendevent klingt entpuppt sich als Massenveranstaltung in einem Zelt in Gaiole. Neben allen Helfern sind auch einige der bekanntesten italienischen Rennsport-Größen vergangener Tage anwesend und werden entsprechend wortreich geehrt. Wir stellen, dank der Sprachkenntnisse von Uwe, einen guten Draht zur Bedienung her und werden fürstlich mit Antipasti, Pasta und Vino Rosso bewirtet. Trotzdem verabschieden wir uns früh, schließlich müssen wir am Sonntag zeitig raus.
Früh – das heißt, wir müssen vor 7:00 Uhr am Sonntag über die Startlinie rollen, ansonsten werden wir für die 135km-Strecke nicht mehr zugelassen. Entsprechend klingelt um fünf Uhr der Wecker. Wir müssen die 30km bis nach Gaiole schaffen, einen Parkplatz finden und rechtzeitig durch die Startermassen von insgesamt über 3.300 Startern zum richtigen Start-Gate kommen. Am Hotel starten wir relativ pünktlich bei einer Außentemperatur von 8°C – frisch, aber nicht wirklich kalt. Allerdings liegt Gaiole in einem engen, tiefen Tal. Als wir am selbst gewählten Parkplatz aussteigen wollen zeigt das Thermometer meines Autos genau 0 Grad – Gefrierpunkt! Zitternd stecken wir die Räder zusammen und rollen zum Start, holen uns unseren Start-Stempel und los geht’s. Die ersten Kilometer rollen wir bei eisigen Temperaturen leicht bergab aus Gaiole raus das Tal hinunter – immer eine Hand unter dem Trikot, einfach weil es so saukalt ist und die meisten von uns beim Gedanken an Italien nicht gleich an Winterhandschuhe gedacht haben. Ich hänge mich hinten rein und lasse mich treiben, alles ist gut, es rollt – obwohl die Jungs vorne ein rennmäßiges Tempo vorlegen und damit klar gegen die ausgegebene Devise „No Race“ verstoßen. So verlieren wir Jürgen, der in der Start-Hektik den Anschluss verpasst hat und nicht mehr aufschließen kann. Wir warten, schließlich sind wir eine Gruppe! Nach ein paar Kilometern im Tal verlassen wir die Hauptstraße. Die roten Pfeil-Schilder der perfekten L´Eroica-Organisation zeigen unerbittlich nach links. Links heißt dann auch schnell berghoch. Ich sichere taktisch nach hinten ab und gebe so der gesamten Gruppe die Möglichkeit einer entspannten Fahrt – am Ende des zweiten Hügels treffen wir uns wieder. Gott sei Dank kommt mir am zweiten Hügel Jürgen „entgegen“, er fährt ein 15 Jahre altes Specialized-Allez und kann am Berg weder mit Kraft noch mit Leichtgewicht punkten. So schließe ich zu ihm auf und bin wenigstens nicht Letzter am ersten Halt. Nicht dass es irgendwelche Kommentare gibt aber es ist einfach gut für das eigene Ego wenn man nicht der Gruppenletzte ist. Wir sind bei Kilometer 15, die ersten zwei Schotter-Passagen liegen hinter uns – und in meinem Kopf macht sich der erste Zweifel breit: „Wenn das so weiter geht erlebst Du den Kilometer 30 nicht“. Kurz danach macht mein rechtes Knie Probleme, sobald ich einige Kurbelumdrehungen mit Druck mache poppt ein Muskelstang in der rechten Kniekehle raus. Was dazu führt dass ich entweder im Stehen fahre oder, wenn auf Schotter das Hinterrad durch rutscht, im Sitzen fast ausschließlich mit dem linken Bein trete. Beides keine wirklichen Alternativen. Ich stelle den Sattel ein paar Millimeter hoch – lieber ein paar mehr Schmerzen im Kreuz riskieren (damit lebe ich als 1.94m-Mann mit Hohlkreuz schon seit Längerem latent), damit aber den Versuch des schmerzfreien Knies starten. Klappt, bis zum ersten Verpflegungspunkt bei Kilometer 47 sind die Knieschmerzen zwar nicht ganz weg aber wesentlich erträglicher. Aber die Verpflegung hilft über alles hinweg: Olivenbrot, Rotweinbrot, Kuchen, Marmelade in diversen Geschmacksrichtungen, irgendwas in Richtung türkischer Honig mit Mandeln, Früchte, Schinken, Salami, Ziegenkäse mit Honig, dazu Rotwein, Malzkaffee und Wasser – alles, was das Herz eines traditioniellen L´Eroica-Anwärters sich wünschen kann. Unsere Pause wird etwas länger als gedacht weil Daniel mit einem Defekt und ohne passendes Werkzeug irgendwo auf der Strecke liegen bleibt und von einer zufällig vorbei kommenden Motorrad-Fahrerin gerettet wird. Ich bin erstaunt wie gut der Conti Twister Crossreifen im Schotter wie auf Asphalt läuft. Tolle Sicherheitsreserve auf Schotter und ein fast rennradreifenmäßiges Verhalten in den engen und steilen Asphalt-Kurven. Der Reifen hat mein volles Vertrauen – genauso wie mein Cross-Bike von Focus. Inzwischen habe ich die 30km-Marke ja gepackt, also kann´s weiter gehen. Auf und ab führt die Strecke über Schotterpisten und Asphalt, an einer extrem steilen Rampe steige ich zum ersten Mal ab und schiebe. Tut meinem Ego zwar nicht so gut, dafür aber meinem Knie und der Beinmuskulatur. Und zu Fuß bin ich auch nicht langsamer als Jürgen, der verbissen seinem Vorsatz „Ich schiebe keinen Meter“ frönt und extrem langsam die Kurbel rum drückt. Auch Tanja wird immer langsamer bergauf, wir treffen uns an jedem der Anstiege wieder. Kurz vor der zweiten Verpflegungs- und Kontroll-Station kommt die Idee auf, doch die nächst kürzere Strecke zu wählen. Dann wären wir halt nur kleine Helden. Jürgen, Tanja und ich sagen Ja zu diesem Vorschlag – und haben die Rechnung ohne den Veranstalter gemacht: Wer die beiden längeren Runden wählt kann nur zwischen der „kurzen“ 135km-Runde oder der Maxi-Version von 225km wählen – die anderen Runden stoßen erst ca. kurz vor dem Ziel dazu. Pech gehabt, also weiter geht’s.
Bei Kilometer 75 gibt’s die Mittags-Pause an der zweiten Kontrollstation. Zusätzlich zum bisher bekannten Verpflegungs-Buffet gibt´s jetzt noch einen klassisch-toskanischen Bohnen-Gemüse-Eintopf mit zusätzlich Olivenöl – lecker!! Marion kommt mit dem Begleitfahrzeug dazu, sie hatte uns etwas vernachlässigen müssen weil sie zwei andere Teilnehmer mit massiven Kreislauf-Problemen zurück zum Start fahren musste – medizinische Fürsorge geht klar vor. Mit im Auto mein Hund Connor, er hat sich die Toskana angeschaut, alle Radler lautstark angefeuert und freut sich tierisch über die Pause mit mir. Wir toben kurz auf der Wiese, zu mehr bin ich nicht mehr fähig. Tanja und Jürgen steigen in den Bus, bei Jürgen kommt zur Erschöpfung noch eine fast komplett abgelöste Sohle seiner fast antiken MTB-Schuhe. Tanja hat einfach genug, sie hat die letzten zwei Nächte nicht richtig geschlafen und plagt sich mit einem verkorksten Magen rum. Ein Wunder, dass sie überhaupt soweit fahren konnte. Damit sind alle Plätze im Bus voll – und für mich entfällt damit die Versuchung einer Radel-Pause. Dazu kommt noch die Feststellung dass wir von den ausgeschriebenen 1500 Höhenmetern ja schon 1100 hinter uns haben – was soll da noch groß passieren. Also schwingen wir verbliebenden Helden-Anwärter uns wieder auf unsere Räder. Von der Verpflegungsstelle geht es direkt auf Schotter berghoch – und wie! Nach einem kleinen „Aufwärmer“ mit guten 10% steigern sich die Rampen sowohl in Länge als auch in Steigungs-Graden. Thomas leidet Höllenqualen mit seiner antiken Rennsemmel und einer Minimal-Übersetzung von 42-22. Daniel ist leicht vor mir und steigt ab – ich folge seinem Beispiel. Insgesamt schieben und fahren wir über 12km mehr hoch als runter, die Königsstelle der Strecke. Entschädigt werden wir dabei durch unbeschreibliche Aussichten auf das Herz des Chianti – einfach toll. Nach diesem Stück müssen ja die Höhenmeter fast weggearbeitet sein, oder? So richtig will ich das nicht glauben, sagt doch die auf der Stempelkarte abgedruckte Topografie-Grafik etwas ganz anderes. Naja, gleich gibt´s wieder Nachschub – an der dritten Verpflegungsstelle gibt´s zusätzlich zum „bekannt“-reichhaltigen Angebot inklusive Eintopf auch noch Vino-Santo. Heiliger Wein – ein Wink mit dem Zaunpfahl? Wir rollen auf Asphalt locker bergab und genießen Nachmittags-Sonne und Landschaft.
Und es kommt wie angekündigt: Kurz nach einem sehr verlockenden Straßenschild mit der Aufschrift „Gaiole 18km“ geht es in genau gegengesetzter Richtung, und gnadenlos berghoch auf Schotter. Ich schiebe wieder mal, Radfahrer auf teilweise vorsintflutlichem Radmaterial strampeln an mir vorbei, einige steigen neben mir ab und wir schieben gemeinsam. Aber die Straße wird schnell wieder flacher, ich steige wieder auf und strample los. Mitten im Nirgendwo steht Marion mit „unserem“ VW-Bus. Ich bleibe stehen, trinke, esse, spiele mit Connor. Marion will mich zum Einsteigen überreden, aber nach kurzer Rast schwinge ich mich zurück aufs Rad. Was ich spüre? Mein Hintern drückt, ist aber soweit ok, das Knie hält Ruhe, dafür zwickt der Wadenmuskel-Ansatz, das Kreuz ist verspannt, die Nackenmuskulatur komplett durch die Schotter-Passagen durchgerüttelt und hart, die Handballen tun weh (selbst Schuld, ich bin ohne Handschuhe unterwegs), der linke Oberschenkel droht von Zeit zu Zeit mit Streik durch Krampf. Ansonsten völlige Zufriedenheit mit der Situation, wahrscheinlich eine Folge der Erschöpfung. Aber es geht weiter, getreu dem Motto: „Bis hier war´s Kraft, ab jetzt ist´s Wille“. Wir finden uns im Schatten einiger Bäume wieder, rollen los, die anderen lösen sich von mir, Sebastian und Walter liegen mal wieder irgendwo am Wegesrand, filmen und fotografieren. Toll, die warten extra auf mich! Dass sie danach wieder wie ein Wirbelwind an mir vorbei ziehen – macht nichts. Mit einiger Verzögerung mache ich mich auf den Weg nach Radda in Chianti. Noch mal zwei Kilometer hoch, diesmal auf Asphalt. Langsam „schraube“ ich mich hoch, es wird wieder richtig frisch, die Sonne steht tief und wir radeln im Schatten. In Radda stehen Marion und Uwe. Er lässt keinen Wiederspruch mehr zu, drückt mir zwei kleine Stück Kuchen in die Hände, das beste Süßgebäck meines Lebens! Und gemeinsam gehen wir die letzten Kilometer an.
Inzwischen dämmert es schon wieder, wir sind meilenweit hinter dem gesteckten Zeitplan. Klar, wir sind ca. eine Stunde hinter unserem Plan gestartet – aber die offizielle Höhenmeterangabe ist auch ein kompletter Witz! Nach Radda geht es nochmal zwei Kilometer berghoch! Wieder biegen wir links ab – obwohl wir Gaiole schon unten im Tal liegen sehen können. Nochmal steigt es an, Uwe fährt schließlich voraus und ich treffe ihn am Ende der Steigung auf der Leitplanke sitzend wieder. Er könnte schon lange im Ziel sein, wartet aber auf mich. Schließlich biegt die Straße rechts ab – Schotter und bergrunter. Endlich, dass war´s dann wohl mit Klettern. Die aufkommende Kälte beißt am ganzen Körper, die Beinlinge habe ich schon vor Stunden im Bus gelassen, das Brooks Baumwoll-Trikot ist komplett nass und auch das beim letzen Bus-Stop übergezogene Langarm-Wintertrikot ist klamm. Von wegen Ende mit Klettern. Denkste, die Schotterstraße wellt sich von Hügel zu Hügel. Zwei Italiener gesellen sich zu uns, inzwischen ist es fast dunkel. Uwe sehe ich in seinem schwarzen Brooks-Wolltrikot und den langen Hosen nur noch als Schatten auf der weißen Schotterpiste. Das rote Blinklicht des einen Italieners hilft bei der Orientierung. Gemeinsam erreichen wir in halsbrecherischer Abfahrt – ich kann kaum noch bremsen – die Asphaltstraße nach Gaiole. Ziemlich genau um 19:10 Uhr rollen wir ins Ziel. Wir sind Helden!
Nach 135km und über 2.500 Höhenmetern sind wir wieder zurück in Gaiole. Sofort umziehen, rein ins Auto und ab zum Duschen. Und: Ich bin nicht Letzter! Während wir uns umziehen und die Räder verpacken rollen noch weitere Teilnehmer ein.
Im Hotel dann Duschen, das Wasser fühlt sich kochend heiß an. Oder zittere ich vor lauter Tiefen-Erschöpfung? Der Schritt über den Badewannenrand wird zum Problem, nur keine falsche Bewegung, sonst Krampf. Daniel hat´s schon erwischt, ausgerechnet im Sitzen beim Strümpfe ausziehen. Auch aus anderen Zimmern hört man Flüche. Uwe kommt kurz nach mir, er musste noch einiges an Material in sein Auto packen. So habe ich, während er duscht, Zeit für eine 15min-Session im Bett – die Augen werden klein, ich kriege langsam wieder Normal-Temperatur. Daniel klopft und mahnt zur Abfahrt, er hat ein rustikales Lokal in der Nähe reserviert. Wir stoßen mit Bier, dem weltbesten Sportgetränk, und mit Rotwein an. Ansonsten wird viel geredet, noch mehr gegessen und auch einige Liter Chianti ihrer gerechten Bestimmung zugeführt. Zurück im Hotel verkrieche ich mich sofort ins Bett. Alle Bewegungen werden wohl überlegt ausgeführt, nur jetzt keinen Krampf! Ich nehme mir mein Buch und versuche noch zwei Sätze zu lesen. Das Nächste was ich weiß ist dass uns Walter am nächsten Morgen um 9:30 Uhr weckt – eigentlich wollten wir genau dann abfahren. Uwe, mein Zimmergenosse, erzählt mir, dass er mich am Abend bestimmt zehn Mal angehauen hat damit ich das Buch weglege und das Licht aus mache – er ist dann aufgestanden, hat mir das Buch weg genommen und selbst das Licht gelöscht. Wir sind Helden – und sehr sehr müde!
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